Tradition & Pflanzenwissen
Im Folgenden werden ausgewählte Naturstoffe und ihre bekannten Eigenschaften vorgestellt. Die Informationen beruhen sowohl auf traditionellem Erfahrungswissen als auch auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen zu Inhaltsstoffen und deren untersuchten Eigenschaften. Die Darstellung konzentriert sich bewusst auf die wichtigsten Aspekte und dient der allgemeinen Information. Sie stellt keine medizinische Beratung oder Heilzusage dar.
Überblick
Ringelblume
-
klassische Pflanze der Kräuterkunde
- traditioneller Einsatz bei schlecht heilenden Wunden
- Anwendung übewiegend als Salbe
Lavendel
- traditionell Verwendung für innere Ruhe
- wird mit Entspannung in Verbindung gebracht
- pflegend für empfindliche Haut
Kamille
- Anwendung seit Jahrhunderten
- traditionell bei Magen-Darm-Beschwerden genutzt
- beruhigend für Haut und Sinn
Ringelblume (Calendula officinalis)
Traditionelle Anwendung
In der Volksheilkunde werden die Blüten der Ringelblume:
• innerlich bei Verdauungsbeschwerden sowie bei Leber- und Milzleiden eingesetzt
• äußerlich in Form von Salben oder Umschlägen zur Pflege kleinerer Wunden, bei gereizter Haut, Sonnenbrand oder Ekzemen
• als Tee oder Aufguss zur unterstützenden Reinigung und Pflege der Haut verwendet
Wissenschaftlicher Stand
Moderne Untersuchungen beschäftigen sich vor allem mit den Inhaltsstoffen der Ringelblume, darunter Flavonoide, Triterpensaponine und ätherische Öle.
Für die äußerliche Anwendung wird die Anwendung bei schlecht heilenden Wunden, sowie Sonnenbrand empfohlen.
Für die innerliche Anwendung bei Leber-, Milz- oder Verdauungsbeschwerden liegen hingegen keine ausreichend gesicherten wissenschaftlichen Belege vor.
Lavendel (Lavendulus agostinfolia)
Traditionelle Anwendung
In der Volksheilkunde werden die Blüten des Lavendel:
• innerlich zur Beruhigung bei nervöser Unruhe und Einschlafstörungen eingesetzt
• traditionell bei gereiztem Darm, Blähungen und krampfartigen Beschwerden verwendet
• äußerlich bei Hautrötungen und zur unterstützenden Pflege kleinerer Hautverletzungen angewendet
• als Duft in Säckchen oder Ölen zur Beruhigung oder gegen Motten, Mücken und Läuse genutzt
Wissenschaftlicher Stand
Lavendelblüten enthalten unter anderem ätherische Öle (z. B. Linalool und Linalylacetat), die intensiv untersucht wurden.
Für die innerliche Anwendung gibt es wissenschaftliche Hinweise auf eine beruhigende Wirkung sowie eine mögliche Unterstützung bei leichten Einschlafstörungen und nervöser Unruhe. Auch im Bereich leichter funktioneller Magen-Darm-Beschwerden wird Lavendel untersucht.
Für die äußerliche Anwendung werden hautpflegende Eigenschaften diskutiert; die Datenlage ist hier jedoch weniger eindeutig.
Die Anwendung über den Duft (Aromaanwendung) wird im Zusammenhang mit Entspannung und dem allgemeinen Wohlbefinden erforscht. Auch Einflüsse auf Stresswahrnehmung und vegetative Reaktionen werden untersucht.
Kamille
Traditionelle Anwendung
• innerlich bei Krämpfen, Magen-Darm-Beschwerden und als klassische Frauenheilpflanze verwendet
• traditionell als beruhigend wahrgenommen
• äußerlich zur Pflege kleinerer Wunden und gereizter Haut eingesetzt
• als Tee zum Gurgeln bei Zahnfleisch- und Schleimhautreizungen angewendet
Wissenschaftlicher Stand
Die Blüten der Kamille enthalten unter anderem ätherische Öle (z. B. Bisabolol), Flavonoide und weitere Pflanzenstoffe.
Für die innerliche Anwendung gibt es wissenschaftliche Hinweise auf eine unterstützende Wirkung bei leichten Magen-Darm-Beschwerden und krampfartigen Beschwerden. Auch beruhigende Eigenschaften werden untersucht und beschrieben.
Es existieren Hinweise auf hautpflegende und unterstützende Eigenschaften bei der Wundversorgung, wenn Kamillenblüten äußerlich als Salbe Anwendung finden.
Für das Gurgeln bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum liegen wissenschaftliche Untersuchungen zu entzündungshemmenden Eigenschaften bestimmter Inhaltsstoffe vor.